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Antrag der Gelderner CDU – Fraktion

07. 03.24

Förderung von seniorengerechtem Wohnraum und dessen Integration in die Quartiere der Stadt Geldern

In Anbetracht der Tatsache, dass der gewöhnliche (Investoren)Markt der Nachfrage nach seniorengerechtem Wohnraum bislang nicht in ausreichendem Maße nachgekommen ist bzw. die WohnbedĂŒrfnisse Ă€lterer Gelderner BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu wenig BerĂŒcksichtigung gefunden haben, sieht die CDU–Fraktion im Rat der Stadt Geldern das Erfordernis, diese VersorgungslĂŒcke durch eine  VerstĂ€rkung des stĂ€dtischen Engagements zu schließen.

Wir beantragen, dass zu diesem Zweck die Stadtverwaltung folgende Maßnahmen einleitet:

  1. Bedarfsanalyse
    Die Erstellung einer umfassenden Bedarfsanalyse, die den aktuellen und prognostizierten Bedarf in den einzelnen Ortschaften und der Kernstadt an seniorengerechtem Wohnraum ableitet. Darin sollen möglichst auch die unterschiedlichen BedĂŒrfnisse der Seniorinnen und Senioren nach Wohngemeinschaften, den Varianten des Service-Wohnens und des betreuten Wohnens einfließen.
  2. Einrichtung eines Kompetenzgremiums Zur Entwicklung geeigneter Konzeptideen und Maßnahmen beantragen wir die Einrichtung eines Kompetenzgremiums. Dieses soll sich aus Expertinnen und Experten, die die BedĂŒrfnisse Ă€lterer Menschen aus ihrem tĂ€glichen (Arbeits)Umfeld kennen, Personen, die die Planung und Umsetzung solcher Konzepte begleitet haben, Vertreter/-innen des Seniorenbeirats sowie der Stadt (Verwaltung/Politik) zusammensetzen und kann bei Bedarf sach-/zielgerecht erweitert werden.

    Wir wĂŒnschen uns, dass dieses Gremium Lage- und Handlungsempfehlungen erarbeitet, die dem Fachausschuss bzw. dem Rat der Stadt Geldern vorgestellt werden. Als zeitliches Ziel stellen wir uns den Beginn des Jahres 2025 hierfĂŒr vor.
    danach könnte -in AbhÀngigkeit von weitergehenden Beschlussfassungen
  3. Akquisition von Immobilien und Investoren Die aktiv betriebene Akquisition geeigneter Bestandsimmobilien oder BauflÀchen durch die Stadtverwaltung vorangetrieben und gleichzeitig nach potenziellen Investoren gesucht werden, die bereit sind, nachhaltig in die Entwicklung und Realisierung dieser Wohnformen zu investieren. Soweit keine geeigneten Partner dazu gefunden werden, können wir uns an dieser Stelle auch ein stÀdtisches Investment vorstellen.

Die Schaffung seniorengerechten Wohnraums sehen wir als eine gesellschaftliche Verantwortung an, da mit wachsendem Durchschnittsalter immer mehr die Pflege- und UnterstĂŒtzungsleistungen in die Mitte der Gesellschaft rĂŒcken. Aus vielen gefĂŒhrten EinzelgesprĂ€chen, einem Austausch mit dem Seniorenbeirat und der Senioren-Union haben wir mitgenommen, dass Ă€ltere Menschen ihren Lebensabend selbstbestimmt und möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung -trotz der ein oder anderen physischen EinschrĂ€nkung- verbringen möchten. HĂ€ufig ist es so, dass der aktuelle Wohnraum aus verschiedensten persönlichen GrĂŒnden nicht mehr den Bedarf der Menschen in diesem Lebensabschnitt decken kann, es jedoch an bedarfsgerechten Wohnalternativen mangelt.

Betonen möchten wir, dass seniorengerechte Wohnformen idealerweise in bestehende / entstehende Quartiere integriert werden sollten, um die soziale Teilhabe zu fördern. Dies erfordert bereits im planerischen Stadium eine enge Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den örtlichen Gemeinschaften, um sicherzustellen, dass das neue Wohnprojekt sich gut in die Umgebung einpasst und von den dort wohnenden Menschen akzeptiert wird. Um dem Anspruch „Gemeinsam statt einsam“ gerecht werden zu können und den Verbleib Ă€lterer Menschen in ihrem bekannten Umfeld zu ermöglichen, soll dieser partizipative Ansatz sicherstellen, dass die entstehenden Einrichtungen nicht nur baulich, sondern auch in Bezug auf die UnterstĂŒtzung, Pflege und Betreuung sowie das gesellschaftliche Miteinander optimal auf die BedĂŒrfnisse der dort lebenden Generationen abgestimmt werden. Wir sind ĂŒberzeugt, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen dazu beitragen wird, die LebensqualitĂ€t unserer Ă€lteren MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger zu verbessern und unsere Stadt zu einem noch attraktiveren Wohnort fĂŒr Menschen jeden Alters zu machen.