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Politische Bildungsfahrt der Seniorenunion Goch nach Karlsruhe und Straßburg

30. 09.22

Vom 19. September bis 22. September nahm eine Gruppe der Seniorenunion Goch an einem Seminarprogramm der Jakob-Kaiser-Stiftung e. V., mit dem Thema: „Karlsruhe: Stadt des Rechts, der Demokratie und der Vielfalt“, teil. Karlsruhe gilt durch das Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof im öffentlichen Bewusstsein als Symbol fĂŒr unseren Rechtsstaat. An verschiedenen Lernorten erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Entwicklung des deutschen Parlamentarismus und der demokratischen Zivilgesellschaften in Europa und reflektierten jene Werte, die die EuropĂ€er teilen und die auch in unserer Zeit verteidigt werden mĂŒssen: Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte.

Am ersten Tag ging es zum Hambacher Schloss, zu dem am 27. Mai 1832 ungefĂ€hr 30000 Menschen in einem Festzug hinaufzogen. Auf der höchsten Zinne des Schlosses wurde erstmals die schwarz-rot-gelbe Fahne aufgesteckt. In zahlreichen Reden forderten die Festteilnehmer die Einheit und Freiheit fĂŒr Deutschland und Europa. Der zweite Tag ging nach Straßburg. Hier wurde den Teilnehmern und Teilnehmerinnen in einem Stadtrundgang die Bedeutung der Rolle Straßburgs als historischer und politischer Ort der Integration nahegebracht. Der Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthoff, dem einzigen Konzentrationslager auf französischen Boden, hinterließ wie immer beim Besuch dieser Tötungsanlagen ein beklemmendes GefĂŒhl. Am dritten Tag ging es nach Rastatt. Nach einem Vortrag ĂŒber den europĂ€ischen Aspekt der Revolution 1848/1849 im Freiheitsmuseum Rastatt besuchten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und lernten die Aufgaben und Arbeitsweise des Gerichts kennen. Am letzten Tag bildete der Stadtrundgang in Speyer, Geburtsort der individuellen Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit den Abschluss der Seminarfahrt. 1525 protestierten auf dem Reichstag in Speyer sechs FĂŒrsten und vierzehn BevollmĂ€chtigte der freien StĂ€dte gegen die VerhĂ€ngung der Reichsacht ĂŒber Martin Luther und die Ächtung seiner Schriften.

Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurde auf dieser Fahrt bewusst, dass es bis zu unserem heutigen Rechtsstaat ein langer, mit vielen Opfern verbundener Weg war. Das VermÀchtnis an uns: die gewonnenen Freiheiten zu bewahren und zu verteidigen.